PR-Konzept ohne Briefing, geht gar nicht

PRBI

Aus dem PR-Agenturalltag: PR-Konzept ohne Briefing, wo gibt es denn so was?

Kürzlich habe ich mich geärgert. Ich habe einen Kunden nicht gewonnen. Das ist an sich kein Problem, doch die Begründung und die Art der Absage liessen den Ärger in mir hochsteigen. Rückschau: Zunächst gab es ein kurzes, aber sehr angenehmes Telefonat mit dem Firmenchef, der auf mich zugekommen war. Dann aufgrund von Terminproblemen beiderseits erst nach Wochen ein persönliches Gespräch. Aus meiner Sicht ging es darum, die Chemie abzuklopfen. Schließlich bin ich eine gestandene Beraterin und auch meine Fachkollegin, die mich auf den Termin begleitete, kann auf eine langjährige Berufserfahrung zurückblicken. Das Unternehmen, das PR suchte: Ein Startup mit Management nicht älter als 30.

Es wird dann ein sehr ausführliches Gespräch, unsere Gegenüber saugen unsere Informationen zum Thema PR sichtlich auf. Sie stellen uns viele Fragen, die wir bereitwillig beantworten. Am Ende wird klar: Das  Unternehmen muss noch Einiges an Hausaufgaben in Sachen Positionierung, Messaging, Geschäftsziele, Marketingziele, etc. leisten. (Dabei helfen wir gerne im Rahmen eines Kickoff-Meetings und Strategieworkshops nach Vereinbarung einer Zusammenarbeit). Wir verständigen uns am Ende des Gesprächs darüber,  dass ich ein Angebot nachschicke, in dem unsere Leistungen sowie unsere Herangehensweise ausgeführt werden.

Nach einer Woche kommt das lapidare Feedback, man hätte sich anderweitig entschieden. Ich frage nach. Begründung: zum einen wegen des hohen Budgets (Anmerkung. durchaus moderat ) und außerdem, weil wir unvorbereitet bei dem Meeting erschienen seien – wohl gemerkt, es war eine 90-minütige Diskussion mit vielen Fragen an uns – Vielleicht war es aber die Anmaßung unsererseits, kein kostenloses PR-Konzept für ein Unternehmen, das uns noch nicht mal ein Briefing geliefert hatte, abgeben zu wollen. Hoffentlich wird das Unternehmen mit der gewählten Agentur glücklich. Ich jedenfalls arbeite auch in Zukunft nicht ohne klares Briefing, weil ohne echte Mitarbeit des Kunden die Zusammenarbeit zwangsläufig scheitern wird.